Buch: HomoBlocker

„Lassen Sie ihre Kinder zu besseren Menschen werden – Schöner, Schlauer und Gesellschaftsfähiger!“ Der Satz könnte ein Werbeslogan sein für den Neurotransmitter der in der Umgangssprache der Zukunft nur der HomoBlocker genannt wird und Namensgebend für Peter Rauschs Roman ist.

HomoBlocker“ spielt in einer nahen Zukunft in der Menschen von ihrer Homosexualität „geheilt„ werden können durch ein Medikament, Anfangs nur präventiv Kinder während der Schwangerschaft der Mutter später auch Erwachsene. In dieser Welt gibt es eine Ort für jene die sich nicht Blocken wollen, das Hibaré.

Der Roman erzählt das Leben der Gemeinschaft rund um das Hibaré in einer angepassten Welt, wo Leistung, Schönheit und Normalität die höchsten Werte zu sein scheinen. Weiterlesen

Buch: Alltägliche Ekstase – Tantra Rituale für alle Leidenschaft

Ich habe mich vor einiger Zeit mit dem Thema Tantra beschäftigt, habe Kurse besucht und einiges an Literatur gelesen. Aber so recht hat mir das, was ich da gelesen und erfahren habe, nie gefallen. Tantra lebt in diesen ganzen Gebieten von der Geschlechterdynamik von Mann und Frau und ist unheimlich esoterisch aufgeladen. Da ist die Rede von Shiva und Shakti als Mann und Frau. Oder vom Becken der Frau oder von der Vagina, je nach Art des Tantras heißt diese Yoni, Lingam wird der Penis genannt und es gibt jede Menge andere Namen, die dem ganzen einen esoterischen Hauch geben.

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„Alltägliche Ekstase“, geht einen anderen Weg. Die Autorin redet von Muschi, Schwänzen und Ficken  erfrischend offen. Etwas „Esosprache“ ist noch drin, aber dies liegt in der Natur der Sache und ist für mich erträglich.

Das Buch ist für jeden gedacht, egal welches Geschlechts oder welche Vorlieben das lesende Menschlein hat. Der Begriff Mann oder Frau wird bewusst vermieden, das Buch soll für alle Gender und Sexualitäten sein. Weiterlesen

Petition

Was wurde aus der Petition für Verbesserung der Akzeptanz und Sichtbarkeit von Bi*s?

Manche von Euch fragen sich, was ist eigentlich aus der Petition geworden,  die ich zusammen mit Kati am am 21.09.2013 gestartet habe , für die “Verbesserung der Akzeptanz und Sichtbarkeit von Bisexuellen, Pansexuellen und Nicht- Monosexuellen”?  Die Sammlung der Unterschriften endete am 20.12.2013, knapp vor ein Jahr. Am Anfang wollten wir 10.000 Stimmen sammeln. Als absehbar wurde das wir 10.000 Stimmen nicht zusammenbekommen, änderte ich die Mindestzahl auf 2.000 aber selbst das war zu hoch angesetzt. Das Enderdgebiss sind 307 Unterstützer, von denen 287 aus Deutschland kamen.

Ein großes Dankeschön an alle die die Petition gezeichnet haben, diskutiert und Kommentare hinterlassen haben.

- Leider ist die Petition gescheitert. -

An Öffentlichkeit mangelte es nicht, den Aufruf die Petition zu unterschreiben wurde in Facebook gepostet und von Organisationen wie der LSVD oder der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld geteilt. Der Aufruf lief über Twitter mehrmals und auch Organisationen wie das Bisexuelle Netzwerk e.V.  oder die Communitys wie Liebe-Leben-Leute riefen auf die Petition zu unterzeichnen. Weiterlesen

Comic: Anything That Loves

Gute Comics über Bisexuelle, Pansexuelle und Nicht-Monosexuelle Menschen gibt es nicht viele.

Die englischsprachige Comicsammlung „Anything That Loves: Comics Beyond ‘Gay’ and ‘Straight’“ ändert dies und ist meiner Meinung nach ein muss für Liebhaber von bunten Bildergeschichten, vor allem wenn jemand sich selbst irgendwo in dem Spektrum bewegt.

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Der „nicht-sehr-bisexuelle“ Zan Tensen stellte sich die Frage: „Könnte die Weigerung,  die Existenz der Bisexualität anzuerkennen eine Ursache von Homophobie sein? “ Weiterlesen

Demo

Demo Vielfalt statt Einfalt

Meine erste Demo seit vielleicht 10 Jahren:*
“Vielfalt statt Einfalt”

Die Vorgeschichte:
Während die Bildungsbehörden und teilweise Politiker_innen verstanden haben, wie wichtig sexuelle Aufklärung und Erziehung zu Toleranz und Respekt sind, sehen das einige erzkonservative Menschen anders. Sie nennen sich “Besorgte Eltern“, haben Kontakte zu rechtsradikalen Gruppen und werden auch von Prominenten aus diesem Lager unterstützt.

Die haben angeblich Angst vor einer Sexualisierung von Kindern in Grundschulen und dass alle Kinder von der Homolobby schwul gemacht werden sollen.

Weil auf irgendeiner alten Liste der Behörde auch ein Buch stand, in dem neben vielen zweifelsfreien auch zwei Übungen zu finden, die nicht unbedingt für die Schule geeignet sind, bezeichnen zwei Autor_innen der FAZ nun gleich alle Sexualpädagog_innen als pädophil.
Die BILD legt natürlich nach und schreibt selbstverständlich ohne Recherche von “Gruppensex-Unterricht in allen Schulen“. So niveaulos und unsinnig das alles ist, es glauben ja doch viele Leute, erst recht wenn eine einst renommierte Sexualpädagogin das Lager wechselt und nun für das den Rechtsradikalen nahe Blatt “Junge Freiheit” Rede und Antwort steht!

Jetzt mobilisieren die “Besorgten Eltern” also und wollen Aufklärung am besten ganz verbieten, auf jeden Fall in der Grundschule. Sie sind gegen Gendermainstreaming, was für eine Gleichberechtigung von Frau und Mann, LSBTI* und auch Regenbogenfamilien stehen. Die heteronormative Ehe sei ja in Gefahr, die Grenzen der Kinder würden überschritten, und die Welt gehe wohl dadurch unter, wenn man über Homo- und Bisexuelle redet, Trans*-Kinder schützt und es nicht unkommentiert stehen lässt, wenn Jungs als “schwule Sau” beschimpft werden.

Dabei ist das Tabuisieren von Sexualität und realer Vielfalt (es gibt ja durchaus nicht nur Standardfamilien mit Mama, Papa, zwei Kindern, sondern z.B. auch Alleinerziehende, zwei Mütter und Patchworkfamilien) ja nur ein Unterstützen von sexuellem Missbrauch. Über dieses Thema wird dann erst recht nicht geredet, aber es gibt unzählige Kinder, die in der (Hetero-) Familie missbraucht werden. Nicht darüber reden soll die Lösung sein.

Auf zur Demo:
In Hannover war am 22.10. Tag der Demos: eine Rechtsradikalen-Demo, eine Antifa-Gegendemo, die Demo der “Besorgten Eltern” gegen Aufklärung, Vielfalt und Gendertheorien und die Gegendemo “Vielfalt statt Einfalt“! Weiterlesen

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Coming-out – und dann …?!

Das Deutsche Jugendinstitut untersucht Coming-out-Verläufe und Diskriminierungserfahrungen von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland. Hier geht’s zu mehr Infos und zur Online-Befragung: http://www.dji.de/index.php?id=43441

Start 5

Visi-Bi-Lity beim CSD in Nürnberg

Am 2. August 2014 fand in Nürnberg der 17. CSD statt und zum ersten Mal gab es einen Beitrag zum Thema Bisexualität: Immerhin zwei Aktivisten nahmen mit einer Bi-Vespa an der Demo teil.

Herbert und ich haben uns über die Bamberger Bi-Gruppe kennengelernt, die es seit einem Jahr gibt (wer mehr über unsere Gruppe erfahren will, kann hier weiterlesen – BiJou, 29. Ausgabe, Seite 26, http://bine.net/sites/default/files/bijou29.pdf ). Herbert versucht in Nürnberg einen Bi-Stammtisch zu gründen. Wir haben uns deshalb nicht nur beim CSD gezeigt, sondern auch Werbung für Bi-Gruppe und -Stammtisch gemacht.

Für mich war es das erste Mal, dass ich mich bei einer Demo als Bi-Mensch zu erkennen gegeben habe. Auf der Fahrt nach Nürnberg hatte ich kurz noch einmal Zweifel, ob ich das wirklich tun sollte: Was will ich eigentlich damit zum Ausdruck bringen? Und warum muss ausgerechnet ich mich öffentlich als Bi-Mensch zeigen, während sich die meisten anderen im Verborgenen wohl fühlen. Als ich dann bei Herbert ankam und sein liebevoll mit den Bi-Farben geschmücktes Moped sah, war das alles weg. Und so reihten wir uns zwischen lesbischen Lehrerinnen und einer schwulen Theatergruppe, die sich lautstark und ohrenbetäubend mit Trillerpfeifen bemerkbar machte, im CSD-Zug ein.

Die Stimmung war gut und ausgelassen und wirkte auf mich wie eine entspannte Mischung aus Familienfest und Karneval. Die Schwulen und Lesben haben uns sehr freundlich und respektvoll aufgenommen und als Bereicherung begrüßt.

Natürlich gab es die eine oder andere Bemerkung, die nachdenklich stimmen könnte: „Ach, ihr seid also die Doppelstecker!“ „Was sind das denn für Farben, euch fehlt ja ein Teil des Regenbogens!“ Aber das war nicht ernsthaft oder provozierend gemeint und ich habe es mit Humor genommen. Für Schwule und Lesben sind wir oft genauso exotisch und befremdlich wie für Heteros. Das habe ich schon öfters erfahren und ich kann das ertragen, ohne mich ausgrenzt zu fühlen. Denn für mich ist immer klar: Wir Bi-Menschen lassen uns nicht auf mechanische Körperfunktionen reduzieren und uns fehlt auch nichts – im Gegenteil. Falls es überhaupt Menschen mit Defiziten geben sollte, dann sind das wohl eher diejenigen, die sich in ihrer Monosexualität eingerichtet haben, weil sie Angst vor neuen Erfahrungen haben oder weil sie sich nicht vorstellen können, wie aufregend und prickelnd das Leben ist, wenn man Frauen und Männer gleichermaßen lieben kann.

Insgesamt war der CSD für mich eine sehr positive Erfahrung. Es war ein geiles Gefühl, mich als Bi-Mensch aufrecht und erhobenen Hauptes in der Öffentlichkeit zu bewegen. Das macht stark und Lust auf mehr.

Diesmal waren wir nur zu zweit, aber das ist auf jeden Fall besser als gar nichts. Und vielleicht gibt es ja nächstes Jahr noch mehr Mutige und Entschlossene.

Wer bei der Bamberger Gruppe oder dem Nürnberger Stammtisch mitmachen will, ist ganz herzlich eingeladen. Das gilt insbesondere auch für diejenigen, die ungeoutet sind und es auch bleiben wollen. Wir respektieren das und unsere Treffen laufen dementsprechend diskret ab, weil jeder Bi-Mensch selbst entscheiden sollte, wie er damit umgehen möchte. Man muss sich auch nicht politisch betätigen oder in der Öffentlichkeit agitieren, um bei uns dabei zu sein. Wenn wir uns treffen, geht es eher um Erfahrungsaustausch, Selbstfindung oder einfach darum, einen netten Abend mit lieben Freunden zu verbringen.

Möchtest du mit uns in Kontakt treten? Dann schreib einfach eine E-Mail an:

Herbert (Nürnberg) – biinnbg@gmx.de

 

oder an:

Nora (Bamberg) – biinba@gmx.de

Liebe Bi-Grüße an alle Menschen, die Menschen lieben.

 

Wolli

Bamberg, 8. August 2014

 

 

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BiBerlin Camp 2014

Am 20. und 21.September, dem Wochenende vor dem Bi Visibility Day, findet im Sonntags-Club in Berlin-Prenzlauer Berg eine offene Konferenz rund um das Thema Bisexualität statt – das BiBerlin Camp 2014. Es ist bereits das dritte Camp dieser Art in Berlin. Beginn ist jeweils um 11:00, Ende 18:00, die Veranstaltung ist kostenlos.

Eingeladen sind alle die sich für Bisexualität interessieren, egal ob Freund_innen, Kritiker_innen, Neugierige oder Bisexuelle. Wir wollen mit Euch über die verschiedenen Aspekte, Lebens- und Sichtweisen dieser sexuellen Orientierung diskutieren. Besonders freuen wir uns über junge Leute, die Lust haben, sich aktiv mit queeren Themen und Bisexualität auseinanderzusetzen. Da wir  Wert auf einen respektvollen und diskriminierungsfreien Umgang miteinander legen, wird es Awarenessregeln geben.

 

Anmeldung und weitere Infos unter http://berlin.bine.net/biberlin-camp-2/

Tolerant? Sind wir selber

Die Heinrich Böll Stiftung hat eine Reihe von ironischen Videos online gestellt mit der Überschrift: „Tolerant? Sind wir selber.“ Die Autorin Dr. Carolin Emcke und die Regisseurin Angelina Maccarone haben kurzen Momentaufnahmen von Situationen geschaffen die mit Ironie und Augenzwinkern die eigene Toleranz hinterfragen sollen.

Ich fand, als Mensch der sich als queer und bisexuell definiert, die Videos doppelt spannend, einerseits weil ich die Motive der Autorin verstehen kann, anderseits aber ähnliche Ablehnung von homosexuell lebenden Menschen erlebt habe. Für bisexuelle, pansexuelle und nicht monosexuelle Menschen ist es ein tolles Statement und hat eine andere Wirkung auf homo- und heterosexuelle Menschen. Ich glaube nicht, das dies im Sinne war, der Autorin und der Regisseurin, da leider auf der Seite der Stiftung nur Homo-,Trans- und Intersexuelle erwähnt werden und Bisexuelle – wie so oft – nicht.

Die Videos sind tragisch und ironisch zugleich, wenn man sich zwischen den Spektrum von Homo- und Heterosexualität bewegt.

Ich wünschte mir, das bei solchen Projekten auch bisexuelle Menschen einbezogen werden. Den die Frage: “Tolerant? Sind wir selber”,  muss sich dann auch die Macher und die Stiftung fragen, wenn sie einen Teil von LSBT vergessen.

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Liebe kennt kein Geschlecht – Polyamory

Es gibt wenige Themen, die so stark unter Bisexuellen polarisieren wie das Thema Polyamory. Ich erinnere mich an viele Diskussionen, in denen man sehr genau versuchte, sich zwischen Bisexualität und Polyamory abzugrenzen. Einige meinten, das Polyamory etwas sei, das getrennt betrachtet werden muss von Bisexualität. Ich finde es schade, denn alle Bisexuellen, Pansexuellen und Nicht-Monosexuellen, die sich zugleich als polyamor sehen, sind ein Teil der bunten Gemeinde.

Was genau ist das, dieses “Polyamor”?

Nicht jede/r möchte monogame Beziehungen führen, und vielleicht liegt dir eine polyamore Beziehung eher. Der Name bedeutet so viel wie “viele-Lieben” – also mehr als eine/n Partner/in zu haben, und alle Beteiligten wissen darüber Bescheid. Wenn jemand so leben will, braucht es viel Zeit und Rücksicht, und jede/r Partner/in muss offen und ehrlich kommunizieren und die jeweiligen Limits der anderen verstehen und respektieren.

Was mir gut an der polyamoren Liebe gefällt, ist die Ehrlichkeit. Jeder weiß von den anderen Partner, es gehört sicher viel Arbeit dazu und auch manche Eifersuchtsattacken und Gefühle müssen ausgehalten und reflektiert werden.

Ich kenne einige Menschen, die polyamor leben. Es ist ein Lebensentwurf, den ich für mich zur Zeit nicht teile; aber ich kann es verstehen und nachvollziehen, dass es dies gibt. Manche sind glücklich damit, andere weniger. Es kommt wie in jeder Situation immer auf den Menschen an, der dies lebt.

In Diskussionen wird immer wieder unterstellt, dass bisexuelle Menschen eigentlich auch zugleich polyamor sind. Das glaube ich nicht. Polyamory ist eine Lebensweise, eine Einstellung und ein Wunsch nach einer bestimmten Form von Beziehungen. Polyamor ist auch mehr als “Ich habe einen Partner und eine Daueraffäre mit der ich mich zum Sex treffe”; es sind mehrere Menschen, die zusammen eine Beziehung führen. Die Partnerschaften können gleichberechtigt sein, oder eine Partnerschaft kann mehr Bedeutung haben als eine andere.

Manchmal erscheint es mir, als sei Polyamory in der Bi-Szene üblicher – aber ich glaube, das liegt nur daran, dass die Menschen hier eher dazu stehen, nicht nur bisexuell, sondern auch polyamor zu sein. Wenn man genauer hinschaut, scheint es gar nicht so, dass viele Bisexuelle poly sind oder gerne wären.