
Paula und ich sind bisexuell und wollen Eure Fragen zu unserer Sexualorientierung beantworten. Wie hier angekündigt konntet Ihr uns in den Block diktieren, was Ihr schon immer über Bisexualität wissen wolltet. Rund drei Dutzend Fragen kamen zusammen, die wir in einem knapp zweistündigen Gespräch subjektiv (!) beantworten. Das Ganze gibt es aufgeteilt in zwei Podcastepisoden hier zu hören:
Der Podcast lässt sich auch abonnieren per RSS oder iTunes. Momentan ist das noch mein Hauptpodcast Gefühlskonserve, langfristig werde ich für bisexualitaet.org einen eigenen Podcast-Feed einrichten.
Teil 1, 53’30”: mp3 downloaden
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Darin werden diese Fragen behandelt:
- Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, gemeinsam diesen Podcast über Bisexualität zu machen?
- War das Maß, wie sehr Ihr Euch zu den beiden Geschlechtern hingezogen fühltet, schon immer genau wie jetzt?
- Was haltet Ihr von Begriffen wie Homo/Hetero-Flexibilität?
- Was tut Ihr, um Bisexualität präsenter zu machen?
- Habt Ihr ein bisexuelles Idol?
- Gibt es Bisexualität in Fernsehsendungen?
- Wie ist es keinen komplett asexuellen “Raum” zu haben, wenn man auf beide Geschlechter steht.
- Gab es eine Art Aha-Moment, ab dem Ihr wusstet, dass Ihr bi seid?
- Wie findet Ihr das, wenn Leute (meist Frauen) auf Partys einen auf bi machen?
- Glaubt Ihr an die Liebe auf den ersten Blick?
- Woran erkennt Ihr ob jemand lesbisch/schwul/bisexuell ist?
- Was waren die dümmsten Bi-”Disse”, die Ihr gehört habt?
- Ist nicht jeder ein bisschen bi?
- Gab es Situationen in denen Ihr lieber “nur” schwul, lesbisch oder hetero gewesen wärt?
Teil 2, 56’20”: mp3 downloaden
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Darin werden diese Fragen behandelt:
- Bisexualität war in der Antike doch völlig normal oder? Wieso geht das heute nicht mehr so einfach?
- Seid Ihr religiös? Wenn ja, wie könnt Ihr das mit Eurer Sexualität vereinbaren?
- Steht Ihr auf einen bestimmten Männer-/Frauen-Typ?
- Wie steht Ihr zu positiver Diskriminierung?
- Wart Ihr in mehr gleich- oder andersgeschlechtlichen Beziehungen?
- Muss Bi-Sein 50:50 homo/hetero heißen?
- Hat Eure Sexualität Eure Jugend stark beeinflusst?
- Gibt es Jugend-Bücher/Serien/Filme in der Bisexualität vorkommt?
- Wieso muss Bisexualität gesondert behandelt werden, reicht Homosexualität nicht?
- Wenn Frauen erst hetero leben und dann lesbisch, sind Sie dann bi?
- Wäre denn eine Dreierbeziehung das Ideal für Bisexuelle?
- Wie sieht es denn mit Treue in Zweierbeziehungen aus, wenn immer ein Geschlecht “fehlt”?
- Guckt Ihr als Bisexuelle lieber Schwulen-, Hetero oder Lesbenpornos? Gibt es Bi-Pornos?
- Ist es für Bisexuelle schwieriger eine Partnerschaft zu leben? Zieht das einen höheren Outingdruck nach sich?
- Ist Bisexualität ein Zeichen der reifen Persönlichkeit, der Rückkehr zur Unverfälschtheit oder eine Sexualorientierung wie alle anderen?
- Wie soll man unverfänglich flirten, ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen?
- Hat Paula lesbische Freundinnen und wenn ja, was sagen die zu ihrer Bisexualität?
- Wie seht Ihr als Bisexuelle die Hetero/Homo-Szene? Ist es schwer sich darin zu behaupten?
- Wollte Euch schon mal jemand mit einer Frau bzw. einem Mann sehen, weil es die Person anmachte?
- Kann man sich Menschen nicht schöntrinken und dann für eine Nacht bisexuell sein?
Links zu Dingen, die im Gespräch erwähnt wurden:
Rosa von Praunheim, Queerness-Podcast mit Lantzschi, Suffragetten, Candy Club in München, Stress beim CSD München, die Bücher “Unsa Haus” und “König & König“, die Filme “Einsam, Zweisam, Dreisam” und “Drei“, Berghain, Die Busche, Wikipedia-Artikel zu erotischen/pornografische Mangas: Hentai, Ecchi, Yuri, Yaoi. The Bisexual Index.
Sind noch Fragen offen? Was würdet Ihr noch gerne erfahren? Seid Ihr vielleicht bisexuell und habt andere Auffassungen als wir? Wir freuen uns auf Eure Anregungen und Kritik.

Erstmal: Ich war wirklich… total verwundert, so eine Seite zu finden, denn wie Paula ja erzählte, man findet ganz viel “Zeugs” über Homosexualität, wo hintendran noch der Korrektheit halber ein “Bisexualität” steht, es darum aber gar nicht geht, man sich fast schämen muss, nicht einfach homo zu sein – deswegen ist das hier eine echt notwendige Sache. ;) Der Podcast hat mir total gut gefallen und ihr zwei wirkt unglaublich nett und süß und ich hoffe, von euch gibt es noch ganz viel zu hören und zu lesen. :)
Hey Deef, Hey Paula,
danke für den wunderbaren Podcast und die Seite, die schon lange einmal notwendig war. Bisexualität ist immer noch, für mich überraschend, ein großes Tabuthema, wie ich in den letzten Jahren mehrmals erfahren musste. Ich selbst bin in einem sehr offenen Umfeld aufgewachsen und habe schon von klein auf gelernt, dass jegliche Form der Liebe und der Sexualität (ich füge mal hinzu: unter Erwachsenen) vollkommen in Ordnung ist. Genau mit dieser Einstellung ging ich dann auch in die Welt hinaus und wurde schon bitter enttäuscht. Leider scheinen wirklich viele Menschen, die sich selbst dennoch für tolerant halten, ein großes Problem mit diesem Thema zu haben.
Und deswegen ist diese Seite so wichtig, weil diese Probleme und Ängste aus der Welt geschafft werden müssen.
Deef du hattest gesagt, dass ihr für diese Seite hier noch Autoren oder Helfer sucht, welche Voraussetzungen muss man dafür erfüllen? Braucht man Twitter oder sogar ein eigenes Blog? Muss man offen Bisexuell sein oder reicht auch Bicurious oder sogar “nur” Heterosexuell? Oder muss man einfach die deutsche Sprache beherrschen und kein Brett vor dem Kopf haben?
Ich habe viele Fragen und viel Interesse an dieser Sache hier.
Nochmals danke, dass du Deef das ins Leben gerufen hast. Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt.
Hallo Lisa,
um hier Co-AutorIn zu sein, muss man sich lediglich für das Thema Bisexualität interessieren und ein gewisses Sendungsbewusstsein haben: für mehr Selbstbestimmtheit, gegen Ahnungslosigkeit und Diskriminierung. Die Sexualorientierung des Autors bzw. der Autorin ist dabei egal.
Ein Blog oder Twitteraccount ist nicht notwendig, aber hilfreich, damit wir sehen, was derjenige sonst so schreibt. Bei Interesse schreib mir eine Mail an deef [at] gmx.de
Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » Die BILD mahnt Sexismus an und andere Kuriositäten – die Blogschau
Vielen Dank für euer Podcast. Ich bin schon einige Weile auf der Suche. Schön, euch gefunden zu haben.
Einige der Fragen habe ich mir selbst gestellt, andere eher nicht. Ich glaube, ich werde mir das mehrfach anhören müssen, um über einiges noch einmal zu grübeln. Das lässt viel Raum für weitere Diskussionen. Bis zum nächsten Mal.
Klasse Gespräch. Ein langes Interview im besten Sinn: Unterhaltsam, erhellend, unverkrampft und humorvoll. So was sollte es mal als Talk im Fernsehen oder im Hörfunk geben, was sich aber wegen Wörtern wie “Schamlippen” und “Schwänze” wohl nicht verwirklichen lässt :) Aber eigentlich ist es hier auch viel besser verortet, denn dann können Frau/Mann sich das immer wieder anhören und genießen.
“verortet” mein Freund? Ich dachte, das wäre ein Wort, das du anderen aus Magisterarbeiten rausredigierst? ;-)
Euer Podcast ist echt grandios! Super gelungen!
Zur antiken Homosexualität: http://www.g26.ch/gay_kultur_23.html
Wobei hier nur die römische Seite erklärt wird. In Griechenland hingegen wurde männliche und weibliche Homosexualität (bzw Bisexualität) gesellschaftlich akzeptiert- Hotspots waren die Insel Lesbos (mehrheitlich für Frauenliebende/Lesben) und auch Athen (mehrheitlich für Männer). Griechischen Prostituierten (“gymnai”, etwas besser gebildet als eine “pornai”) wurde nachgesagt, sie wären eigentliche Lesben und würden auch Lesbensex anbieten.
Quelle: Siems, Andreas Karsten: Sexualität und Erotik in der Antike, Darmstadt, 1988
(Hatte vor kurzem ein Referat darüber zu halten)
L.G.
Hallo Luna,
danke für den Hinweis. Schauen wir uns an.
Pingback: Das Buchhörnchennest » Kurz und knapp und knackisch #8
Stimmt. Verorten ist so ein blödes Soziologenwort. In dem Moment fiel mir komischerweise nur diese Formulierung ein – und ich habs drin gelassen, obwohl ich damit einem Insider wie dir meine eigene Unvollkommenheit hemmungslos offenbare ;-)
Liebe Paula, lieber Deef,
erst einmal vielen Dank für eure Gedanken und die Idee eines Blogs zum Thema Bisexualität überhaupt. Die Notwendigkeit steht wirklich außer Frage!
Ich freue mich darüber und kann mich mit vielem Gesagten identifizieren, manches regt aber auch auf. Meinen Senf dazu will ich mir gerade nicht verkneifen. Was an mehreren Fragen wieder mal besonders deutlich wird, ist die Vermischung von mindestens zwei Ebenen: die leidige Partner_innensuche und Freundschaft. Nur weil es Menschen zu geben scheint, die nicht auf andere Menschen treffen können ohne sie als ein Objekt der Begierde zu betrachten, vielmehr ständig auf der ‚Suche’ nach potentiellen Partner_innen zum Beziehung führen sind, muss dass noch lange nicht bedeuten, dass es eine Harry-und-Sally-Welt gibt. Es hat doch nun auch wirklich nichts mit sexueller Orientierung zu tun, ob ich einen Menschen spannend finde und mit diesem freundschaftlich verbunden bin oder sein kann, sondern nur mit einem selbst und eben dem gespiegelten Umgang mit anderen. Oder? Insofern fand ich eure Antworten darauf toll; diesbezügliche Fragen allerdings anstrengend, weil ich den Zusammenhang nicht erkennen will.
Die Inhalte eures Podcasts zum Thema Schubladen und Selbstbezeichnungsfragen haben mich jedoch nicht überzeugt. Ich habe nach wie vor nur um einer Einfachheit willen ein Problem damit. Wobei das Argument der Sichtbarkeit natürlich nicht wegzudiskutieren ist. Die Frage für mich wäre allerdings wie Sichtbarkeit hergestellt werden kann und zwar jenseits von Einordnungen und Geschlechtergrenzen und mit der einer (Selbst)Bezeichnung innewohnenden Ausgrenzung vom anderem. Wenn Deef sinngemäß sagt „ich habe mich schon mit manch einem unterhalten und war der Meinung, dass er eigentlich bisexuell ist, dieser für sich aber die Bezeichnung ‚schwul’ gewählt hat“ ist es für mich ein sehr gutes Beispiel dafür, wie sehr jede_r einzelne in seiner eigenen Welt die Definitionsmacht übernimmt und andere Menschen darunter zu fassen versucht. Grundsätzlich ist das ja auch wünschenswert. Störend finde ich es aber dann, wenn demjenigen, der sich wie auch immer bezeichnet, die selbst gewählte Bezeichnung unterschwellig abgesprochen wird. Was dann wieder der Grund dafür ist, warum ich meine, dass von Selbstbezeichnungen Abstand genommen werden sollte. Dass das Gegenüber in den jeweiligen Kontexten und in Abhängigkeit des Settings sowieso in (eigene) Schubladen steckt, ist klar. Heute Lesbe, morgen bisexuell, übermorgen wie nen Typ und dann auf einmal voll Frau oder irgendwie dann doch unentschlossen, heterosexuell und/oder identitätslos. Was mich betrifft, so weiß ich wie ich mich fühle und wer mich anzieht und erläutere das auch mehr als entschlossen auf Nachfrage – der Schrank steht dann damit und die Schublade, die dann geöffnet werden will, ist von außen frei wählbar.
Zu euren vielen anderen Gedanken einfach nur Wow! Ich habe dazu an einigen Stellen herzlich gelacht, wild genickt und Anregung gefunden. Hoffentlich bald wieder ..
Hallo Mindinprogress,
was ist denn eine “Harry and Sally”-Welt? Ich kenn den Film, aber ich weiß nicht, was du meinst.
Die Schubladen sind Fluch und Segen zugleich. Menschen denken in Schubladen, weil das das Denken einfacher und schneller macht (bei gleichzeitiger Gefahr Stereotype zu bilden und somit ungenau oder fehlerhaft zu urteilen). Falls dich das näher interessiert lies in psychologischer Literatur mal die Stichworte “kognitive Abkürzungen”, “Heuristiken” oder “(Sexuelle) Scripts”.
Du fragst
Ich glaube kaum bis gar nicht. Wie will man etwas erklären, für das die Gesellschaft keinen Namen, kein Wort hat? Der Pragmatische Kompromiss lautet deshalb aus meiner Sicht idealerweise
1.) sichtbar werden
2.) Vielfalt mit der Kraft des Faktischen nicht mehr wegdiskutierbar machen
3.) Zuschauen, wie die Schubladen von alleine verschwinden, weil Vielfalt Normalität wird.
Hallo mindinprogress,
schön, einen so langen Kommentar von dir zu sehen. Vielen Dank!
Ich denke ebenso wie Deef, dass es hier keine Lösung gibt, denn ohne Einordnungen und Abgrenzungen kann es ja keine Definition geben – und wie soll etwas sichtbar gemacht werden (zum Beispiel in Bezug auf politische Maßnahmen), dass nicht als “etwas” definiert ist? Daran zerbrechen sich ja auch die Gender und Queer Studies immer wieder den Kopf.
In der Regel unterscheiden sich Eigen- und Fremdwahrnehmung eh in allen Lebensbereichen, damit müssen Menschen zurechtkommen. Mir fällt es zugegebenermaßen auch schwer, ganz ohne meine “Schubladen” zu leben… denn auch ich möchte mein Gegenüber einordnen können (zumindest, wenn ich mit ihr/ihm öfter zu tun habe), versuche jedoch, besagtes Gegenüber ohne Wertung in eine Schublade zu stecken. Aber völlig ohne Definitionen wirkt die Welt “unberechenbar”, und das ist meiner Meinung nach ein Zustand, für den die wenigsten Menschen geschaffen sind.
Das ist es ja auch, was ich meinte bzw. selbst mal in meinem Blog schrieb:
Für mich selbst muss ich diese Wertung/Selbstbezeichnung nicht haben, zumindest nicht in so jungem Alter, da sich immer wieder was ändern kann – aber mein Umfeld (Freunde, Familie) versucht sowieso, mich irgendwie einzuordnen, sodass ich ihm dann lieber zuvorkomme und es selbst tue. Da ich weder hetero noch homo bin und für mich den Begriff “queer” aus anderen Gründen ablehne, ist “bisexuell” einfach das treffendste Wort… und gegen die oft negative Konnotierung versuchen wir, mit diesem Blog und unserem Podcast anzukommen, um dann, wie Deef schon schrieb “Zu[zu]schauen, wie die Schubladen von alleine verschwinden, weil Vielfalt Normalität wird.”
(Bei den Geschlechtergrenzen läuft es ganz ähnlich: das Gros der Menschen hat meiner Meinung nach nur zwei “Schubladen im Kopf”, nämlich “Mann” und “Frau”. Menschen, diese sich näher mit diesem Thema auseinandersetzen, haben meiner Meinung nach mehrere bis sehr viele Schubladen, um “Abweichungen” einzuordnen; doch allein der (An-)Sprache wegen muss ja irgendwo eingeordnet werden, denn sonst ist ein Umgang miteinander eher schwierig.)
Was ich mit der “Harry and Sally”-Welt meinte ist der verbreitete Ansatz: ‘Frauen’ und ‘Männer’ können keine Freunde sein.
Danke für Deine Literaturhinweise! Dennoch finde ich Antworten darauf zu finden immer schwer. Es gibt (gesellschaftliche) Realitäten mit denen ich mich schwer abfinden kann unabhängig von Erklärungsversuchen. Was Du ansonsten schreibst kann ich sehr gut nachvollziehen. Das ist tatsächlich ein wünschenswertes Ideal.
Zu schnell geantwortet und Paulas Antwort nicht gesehen.
Ich unterschreib das alles was Du geschrieben hast. Ich frage mich nur wie es in einer immer komplexer werdenden Welt überhaupt möglich ist alles zu greifen. Und wer das entscheiden soll. In erster Linie ja jeder für sich selbst. Da aber jeder Mensch so unglaublich variationsreich ist und nie nur die eine Identität gegeben ist, finde ich es nach wie vor schwierig, etwas was mensch lebt unter eine Bezeichnung zu fassen. Dass das aber grundsätzlich nötig ist, um überhaupt erklären zu können sehe ich vollkommen ein.
Mir sind schon häufig Menschen begegnet, die sich mit gar nichts identifizieren können, so dass sich das ‘LGBTI’ endlos weiter führen lassen könnte, um jeglichen Lebensweisen gerecht zu werden. Ich glaube, ich kann gerade schlecht erklären worauf ich hinaus will und vermische auch gerade einiges. Ich denk da noch mal drüber nach. Danke auf jeden Fall für die Antworten.
Danke für den interessanten und auch witzigen Podcast, den ich gleich anhören musste.
Ein super Forum für alle Fragen auch um Bisexualität ist das hier, vielleicht kennt Ihr das ja noch nicht:
http://www.med1.de/Forum/Homo.Hetero.Bi/
Würde mich freuen meh von Euch zu hören, sehr angenehme Podcaststimmen. :-)
Hallo Deef und Paula,
danke für Euren Podcast! Ich finde die Idee sehr gut, mit Fragen und also auch verbreiteten Stereotypen in ein Thema zu starten und z. B zu argumentieren, was Euch an bestimmten Fragen stört, welche Vorannahmen darin stecken, weshalb die Humbug sind.
Gleichzeitig muss ich Dich, Deef, an genau demselben Punkt auch kritisieren. Es gab etliche Stellen, wo ich mich über Deine Stereotype über Heteros und “die zwei Geschlechter” ziemlich aufgeregt habe! Anhand von etwas, was Paula sagt, behauptest Du, wahrscheinlich denkt Ihr da unterschiedlich, weil Du ein Mann bist und sie eine Frau. (Hallo?) Dann gibst Du Anregungen für heterosexuelle Paare, die was entdecken könnten, wenn sie nicht nur “Rein-raus”-Sex hätten. Was ist denn das für eine Annahme? Paula hat das an der Stelle auch schon gesagt, das fand ich wichtig, denn da war ich schon kurz vorm Abschalten. Das waren jetzt eher die Beispiele, wo ich richtig sauer geworden bin, ich finde aber auch schon Sätze problematisch wie “ich mach /bin xy nicht, hab da aber nix gegen”. Da identifizierst Du Dich z. B. als nicht schwul, als nicht poly, und beim selben Satz frage ich mich als Hörerin, warum Du betonst, dass Du da nichts gegen hast. (Es kann auch sein, dass mich dies irgendwie antickt, weil es meine *persönliche* Erfahrung ist: Wenn Leute explizit sagen, sie hätten nichts gegen Homosexuelle oder sonstwen, dann kommen gleich danach meist krasse Vorurteile zur Sprache. Du hast die nicht unbedingt formuliert.)
Ich bin trotzdem gespannt auf die nächste Folge, alles Gute dafür!
Hallo Kteatime,
danke für deinen Kommentar. Ich würde mich freuen, wenn du deine Kritik noch konkretisieren würdest, damit ich sie richtig verstehe und konstruktiv damit umgehen kann. Du schreibst:
Kannst du das bitte genauer mit den entsprechenden Beispielen erläutern?
Den Satz versteh ich nicht. Geht es genauer, idealerweise mit Zitat?
Eine rein subjektive. Sowohl im Podcast, also auch im Artikel oben haben wir deutlichst darauf hingewiesen, dass wir subjektive Aussagen getroffen haben. Meine Annahme kannst du natürlich kritisieren. Dann aber nicht, weil ich eine subjektive Meinung vertrete, sondern stelle doch bitte, deine subjektive Sicht in dieser Frage dar. Darüber würde ich mich freuen.
Hier verstehst du mich falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Ich sage, dass ich nichts gegen XY habe. Damit möchte ich vermeiden, dass man glauben könnte die vorangegangene Beschreibung meiner Selbst und meines Geschmacks würde ich zur Richtschnur oder Norm erheben wollen. Das ist nicht der Fall. Ich sage lediglich, wie es bei mir ist, ohne dass ich deswegen anderen die Akzeptanz verweigern würde. Wenn du den entsprechenden Satz von mir zitieren möchtest, kann ich dir das auch bei Interesse genauer erläutern. Ich will auch nicht ausschließen, dass ich etwas gesagt habe, was ich korrigieren möchte.
Entschuldigt das Rumgepöbel: Wenn zwei Frauen Spaß dabei haben durch gegenseitiges Küssen Typen anzumachen, dann ist das nicht “peinlich”, sondern außer für die es betrifft ziemlich egal, erst diese moralinsauere Scheiße erschafft ein Problem. Das Du kein Verbot forderst, ist natürlich trotzdem sehr nett von Dir. Ich behaupte mal, dass die überwiegende Mehrheit aller Menschen beim oder vorm Sex Spaß daran haben ihr Gegenüber anzumachen, dass Frauen oft dabei entweder als Schlampen oder zumindest als unterwürfige Sekundanten des Patriarchats, jedenfalls nie als bewusst handelnde Subjekte angesehen werden, offenbart im Grunde nur wie frauenfeindlich unsere Gesellschaft ist.
Ansonsten: Rock on! :-)
Hallo M.,
wenn zwei Frauen sich küssen und ihnen das Spaß macht, dann ist dagegen nichts zu sagen. Wenn zwei Frauen sich küssen, es ihnen aber nur Freude bereitet, weil sie dadurch Männer aufgeilen können, dann unterwerfen sie ihr Handeln hetero-männlichen Sexualphantasien. Wenn die Mainstream-Gesellschaft sie darin bestärkt das zu tun, weil das ja hübsch und sexy aussehe, dann ist genau das eine Form der Frauenfeindlichkeit und macht diese Frauen, wie Du schreibst, zu unterwürfigen Sekundanten des Patriachats. Und das darf man durchaus peinlich finden.
Aber Frauen dürfen alles, auch willige Kollaborateure der eigenen Unterdrückung sein. Meine Kritik richtet sich deshalb weniger an die Frauen, sondern an die Gesellschaft, die sie immer noch zu ihrem Nachteil formt. Und nicht nur Frauen, auch Männer, die nicht alle und nicht immer die starken, Gefühle zurückhaltenden Checker sein können und wollen, werden von den gesellschaftlichen Geschlechtsstereotypen negativ beeinflusst.
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