Kurz notiert: Zwangsouting, Diversity, Gewalt, Sprache…

Ein Artikel mit ein paar Themen und Links, die ich in den letzten Wochen beachtenswert fand, aber nicht dazu kam, sie zu bloggen. Themen diesmal: Zwangsouting, Diversity Managment, Lebenssituation von Transssexuellen, “respekt!” vom LSVD, weniger Gewalt auf der Welt, diskriminierende Sprache, lesbische Gehirne, naive Frauen…

1.) Vor 20 Jahren outete Rosa von Praunheim deutsche Prominente als Schwul. Warum und was die geouteten Hape Kerkeling und Alfred Biolek dazu sagten, steht in der Welt.

2.) “Diversity Management toleriert nicht nur die individuelle Verschiedenheit der Mitarbeiter, sondern hebt diese im Sinne einer positiven Wertschätzung besonders hervor und versucht sie für den Unternehmenserfolg nutzbar zu machen”, schreibt Wikipedia. Der Völklinger Kreis, der Bundesverband schwuler Führungskräfte, hat eine Studie zum aktuellen Stand des Diversity Mangaments in deutschen Unternehmen veröffentlicht. Ergebnisse hier.

3.) Der Lesben- und Schwulenverband NRW sucht derzeit Transexuelle für eine Studie, deren Ziel eine Bestandsaufnahme über die unterschiedlichen Lebensverläufe transsexueller Menschen in NRW ist. Mehr dort.

4.) Außerdem ist die Dezemberausgabe der LSVD-Zeitschrift “respekt!” erschienen. Themen:

  • Zehn Jahre Lebenspartnerschaft: Reif für die Ehe
  • Datenschutz: Interview mit Thilo Weichert
  • Schulbücher: Mangelhafte Aufklärung
  • Schleswig-Holstein: Vor der Wahl
  • Niedersachsen: Ergänzung der Landesverfassung?
  • Saarland und NRW: Neue Projekte für Transgender
  • Homophobe Arbeitgeber: Forschungsprojekt zum kirchlichen Arbeitsrecht
  • Rückblick nach vorn: Unsere historische Verpflichtung
  • Entwicklungshilfe streichen? Zum Problem der Konditionalität

Das Magazin kann als pdf kostenlos hier heruntergeladen werden.

5.) Der kanadische Evolutionspsychologe Steven Pinker hat ein Buch über Gewalt geschrieben. In diesem taz-Interview erläutert er, wieso aus seiner Sicht die Gewalt auf der Welt abnimmt und warum der Begriff “Gewalt” nicht als Metapher verwendet werden sollte. Hier entlang.

6.) Der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch hat zwei sehr interessante Blogartikel über Probleme der deutschen Sprache geschrieben. 1.) Sprache diskriminiert, 2.) Frauen natürlich ausgenommen

7.) Spiegel Online berichtet hier über eine Studie schwedischer Forscher mit Pheromomen. Diese Geruchsbotenstoffe werden demnach von Lesben anders verarbeitet als von Schwulen, Hetero-Männern und Hetero-Frauen. Bei mir poppen beim Lesen diverse Fragezeichen auf. Ich googele die Forschungsleiterin Ivanka Savic und finde daraufhin einen Guardian-Artikel von 2008 mit der Überschrift “Gay men and heterosexual women have similarly shaped brains, research shows“. Darin der Absatz

The results could explain a University of London study earlier this year that found gay men and straight women share a poor sense of direction compared with heterosexual men, and were more likely to navigate using landmarks alone.

Dass Frauen einen schlechteren Orientierungssinn als Männer haben, ist eine hartnäckige Legende und falsch. Empfehle dazu das “Lexikon der Irrtümer über Männer und Frauen“, Seite 306ff.

8.) Melanie Mühl schreibt im FAZ-Feuilleton: “Eine ganze Generation junger Frauen findet, sie brauche den Feminismus nicht mehr. Vergnügt genießt sie die Illusion, sie hätte ihre Lebensumstände frei gewählt. Das ist naiv.” – Warum, das begründet sie plausibel hier.

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